Dilemma des produktiven Alltags

Im Geschäftsalltag versuchen wir oft, Verhaltensvariabilität zu reduzieren und Systeme beherrschbar zu machen, z.B. mit klar definierten Prozessen. Dieser Geschäftsmodus steigert zwar die Effizienz, hat aber auch zur Folge, dass der Blick sich vermehrt in die Vergangenheit richtet, auf die Frage, was man am System noch verbessern könnte. Wir werden so zu guten Verwaltern von bewährtem Wissen. Das Problem ist nun aber, dass auch die Konkurrenz genau das macht, und dass unsere ‘Best Practices’ kopiert werden. Ein zweites Problem ist, dass wir beginnen uns vor Unsicherheiten zu fürchten und uns immer mehr an die bekannten und vermeintlich sicheren Prozesse klammern. Dadurch besteht die Gefahr, dass wir uns nicht mehr erneuern. Um aber neue Business Ideen zu kreieren, muss man bewusst ausbrechen aus dem Geschäftsmodus der Präzision. Man muss Unsicherheiten und die Möglichkeit von Fehlern zulassen. Gefragt ist mehr Business Design statt Business Administration. Das ist für viele Manager und Ingenieure ungewohnt und unbequem.

Kreative_Kompetenz

Mit der Repetition von Bekanntem bewegen wir uns im sogenannt ‘roten Ozean’, nämlich im blutigen Getümmel mit der Konkurrenz. Aber eigentlich möchten wir uns doch viel lieber im ‘blauen Ozean’ bewegen, dort wo Ruhe herrscht und wo wir uns, unabhängig vom Alltagsstress, auf das Erkunden von neuen Ufern konzentrieren können. Die Verhaltensvariabilität kommt meist mit dem Menschen ins Spiel. Innovation und Veränderung heisst deshalb vor allem auch das Ausbrechen aus den Alltagsroutinen und die Auseinandersetzung mit Menschen. Wer sind die Stakeholder? Was haben diese für Ansprüche an neue Lösungen? Wie können wir diese in einen co-kreativen Entwicklungsprozess mit einbeziehen und die kollektive Intelligenz nutzen? Welche Lösungen sind machbar und umsetzbar? Und wie passen diese Lösungen in ein Business Modell?